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Donnerstag, 22. Oktober 2009

Die Blogbeiträge-Zitate-Schnitzeljagd: Auflösung

Zum Vorlesungsbeginn am 12.10.09 wurde hier eine kleine Schnitzeljagd veranstaltet. Im Folgenden werden die Auflösungen der 16 Rätsel bekanntgegeben:

1. Max Goldt

In dem Beitrag Curtis Mayfield: Curtis wurde nach einer Anspielung auf den Schriftsteller Max Goldt gesucht. Der Untertitel des Plattencover-Fotos lautet «Wenn man einen gelben Anzug anhat...».

ManTie.pngEin Buch von Max Goldt heißt «Wenn man einen weißen Anzug anhat». Darin finden sich Alltagsbeobachtungen wie z.B. Wenn man einen weißen Anzug anhat, bewegt man sich vorsichtig. Das stimmt.

2. Friedrich Schiller (1)

In dem Beitrag Diana Ross & The Supremes: Anthology wurde nach einem Zitat von Friedrich Schiller gesucht. Im Text heißt es: «Florence Ballard, neben Mary Wilson [und Diana Ross] im Bunde die Dritte [...], betäubte den Erfolgsdruck u.a. mit Alkohol.»

ManTie.pngIn Schillers Ballade Die Bürgschaft heißt es: «Und die Treue, sie ist doch kein leerer Wahn – / So nehmet auch mich zum Genossen an: / Ich sei, gewährt mir die Bitte, / In eurem Bunde der dritte!» Das Gedicht ist unter dem Eindruck der Französischen Revolution entstanden.

3. Friedrich Schiller (2)

In dem Beitrag Shorty Long: I Had A Dream / Ain't No Justice wurde nach einem Zitat von Friedrich Schiller gesucht. Im Text heißt es: «Fest gemauert in der Erden / Steht die Form aus Lehm gebrannt. / Heute muß die Glocke werden! / Frisch, Gesellen, seid zur Hand!» aus dem Lied von der Glocke, einem der am meisten rezitierten – und parodierten – Gedichte überhaupt.

4. Marcel Proust

In dem Beitrag The Commodores: Nightshift / I Keep Running wurde nach einem Zitat von Marcel Proust gesucht. Im Text heißt es: «Den Song finde ich aber immer noch großartig. Er wirkt wie in Tee getauchte Madeleines.»

ManTie.pngIn Prousts Jahrhundert-Roman Auf der Suche nach der verlorenen Zeit heißt es: «Gleich darauf führte ich, ohne mir etwas dabei zu denken, doch bedrückt über den trüben Tag und die Aussicht auf ein trauriges Morgen, einen Löffel Tee mit einem aufgeweichten kleinen Stück Madeleine darin an die Lippen.» Das Motiv der Erinnerung ist das zentrale Thema des Romans.

5. Karl Marx

In dem Beitrag Tough times, meaningful music: Billboard-Charts statt ifo-Index? wurde nach einem Zitat von Karl Marx gesucht. Im Text heißt es: «Ob auch der Umkehrschluss erlaubt ist und durch Hören bestimmter Musik die wirtschaftliche Entwicklung positiv beeinflusst werden kann (ob also nicht nur das gesellschaftliche Sein, sondern auch das Hören das Bewusstsein bestimmt), wurde noch nicht untersucht.»

ManTie.pngBei Marx heißt es in der Weiterentwicklung der Hegel'schen Dialektik: «Das gesellschaftliche Sein bestimmt das Bewusstsein.» Dies in nur einem Satz in irgendeinen Zusammenhang zu bringen, erscheint mir unmöglich.

6. Erich Kästner

In dem Beitrag Marvin Gaye: Here, My Dear wurde nach einem Zitat von Erich Kästner gesucht. Im Text heißt es: «Sie saßen allein, und sie sprachen kein Wort / und konnten es einfach nicht fassen» aus der Ballade Sachliche Romanze. Ein sehr emotionales Thema wird betont nüchtern wiedergegeben.

7. William Shakespeare (1)

In dem Beitrag Smokey Robinson & The Miracles: Anthology wurde nach einem Zitat von William Shakespeare gesucht. Im Text heißt es: «'O father, what a hell of witchcraft lies / In the small orb of one particular tear!» aus dem Gedicht A Lover's Complaint, das Shakespeare zugeschrieben wird.

8. William Shakespeare (2)

In dem Beitrag The O'Jays: Back Stabbers wurde nach einem Zitat von William Shakespeare gesucht. Im Text heißt es: «Warnungen gab es schon vor zweitausend Jahren: Hüte dich vor den Iden des März!»

ManTie.pngIn Shakespeares Drama Julius Caesar heißt es: «Beware the Ides of March.» Der Ausspruch ist ein Synonym für dräuendes Unheil.

9. Novalis

In dem Beitrag Otis Redding: Otis Blue – Otis Redding Sings Soul wurde nach einem Zitat von Novalis gesucht. Im Text heißt es: «Einer blauen Blume gleich sticht diese Platte hervor: Rund um sie her stehen unzählige Schallplatten von allen Farben, und der köstliche Klang erfüllt die Luft. Er sah nichts als das blaue Album, und betrachtete es lange mit unnennbarer Zärtlichkeit.»

ManTie.pngIn Novalis' Romanfragment Heinrich von Ofterdingen heißt es: «Was ihn aber mit voller Macht anzog, war eine hohe lichtblaue Blume, die [...] ihn mit ihren breiten, glänzenden Blättern berührte. Rund um sie her standen unzählige Blumen von allen Farben, und der köstliche Geruch erfüllte die Luft. Er sah nichts als die blaue Blume, und betrachtete sie lange mit unnennbarer Zärtlichkeit.» Die Blaue Blume ist ein zentrales Symbol der Romantik – nicht zu verwechseln mit Heinz Schenks Blauem Bock, einem zentralen Symbol hessischer Gemütlichkeit.

10. Marc Aurel

In dem Beitrag People's Choice: Do It Any Way You Wanna / The Big Hurt wurde nach einem Zitat des römischen Kaisers Marc Aurel gesucht. Im Text heißt es: «Wenn du des Morgens nicht gern aufstehen magst, so denke: Ich erwache, um als Mensch zu wirken. Warum sollte ich mit Unwillen das tun, wozu ich geschaffen und in die Welt geschickt bin? Bin ich denn geboren, um im warmen Bette liegen zu bleiben?» aus Marc Aurels Selbstbetrachtungen, die zu seinem Beinamen Philosophenkaiser beigetragen haben.

11. Friedrich Nietzsche

In dem Beitrag Solomon Burke: Proud Mary / What Am I Living For wurde nach einem Zitat von Friedrich Nietzsche gesucht. Im Text heißt es: «Wenn man viel hineinzustecken hat, so hat ein Tag hundert Taschen» aus Nietzsches Aphorismen-Sammlung Menschliches, Allzumenschliches.

12. Thomas Mann

In dem Beitrag The Temptations: A Song for You wurde nach einem Zitat von Thomas Mann gesucht. Im Text heißt es: «Was ist das. – Was – ist das...»

ManTie.pngIn Thomas Manns Schlüsselroman Buddenbrooks heißt es: «‚Was ist das. – Was – ist das...’ — ‚Je, den Düwel ook, c'est la question, ma très chère demoiselle!’» Mit diesem etwas holprigen Dialog beginnt die berühmte Familiengeschichte.

13. Johann Wolfgang von Goethe

In dem Beitrag Mayer Hawthorne: A Strange Arrangement wurde nach einem Zitat von Johann Wolfgang von Goethe gesucht. Im Text heißt es: «[D]ie ‚Currywurst des Soul’ (Zeit.de) ruht ‚auf den tiefsten Grundfesten der Erkenntnis, auf dem Wesen der Dinge’ und hat – Stil».

ManTie.pngIn Goethes Text Einfache Nachahmung der Natur, Manier, Stil heißt es: «Wie die einfache Nachahmung auf dem ruhigen Dasein und einer liebevollen Gegenwart beruht, die Manier eine Erscheinung mit einem leichten fähigen Gemüt ergreift, so ruht der Stil auf den tiefsten Grundfesten der Erkenntnis, auf dem Wesen der Dinge, insofern uns erlaubt ist, es in sichtbaren und greiflichen Gestalten zu erkennen.» Goethe schrieb während seiner italienischen Reise über Grundbegriffe der Poetik und Ästhetik.

14. Wiglaf Droste

In dem Beitrag Kaufbefehl: SingStar «Motown» wurde nach einem Buchtitel des Autors Wiglaf Droste gesucht. Im Text heißt es: «Wir setzen uns 'ne Sonnenbrille auf und sehen aus wie Stevie Wonder, sozusagen».

ManTie.pngEin Buch von Wiglaf Droste heißt «Wir sägen uns die Beine ab und sehen aus wie Gregor Gysi». Darin erklärt er u.a. die Erotik des Rentensystems.

15. Heinrich der Glîchezære

In dem Beitrag Eddie Floyd: Blood Is Thicker Than Water / Have You Heard The Word wurde nach einem Zitat des elsässischen Dichters Heinrich der Glîchezære gesucht. Im Text heißt es: «Blood Is Thicker Than Water».

ManTie.pngIn der Glîchezære-Version des mittelalterlichen Epos Reinhart Fuchs heißt es: «Blut ist dicker als Wasser.» Gemeint ist, dass familiäre Bindungen stärker sind als freundschaftliche.

16. Bibel

In dem Beitrag The Sound of Science: Musik und so wurde nach einem Zitat aus der Bibel gesucht. Im Text heißt es: «Wer Ohren hat, zu hören, der höre!» aus dem Markus-Evangelium. Die aramäische Redewendung bedeutet ganz einfach: Aufgepasst, jetzt wird's wichtig!

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