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Donnerstag, 4. Dezember 2008

Wilson Pickett: Land of 1000 Dances / Funky Broadway

Wilson Picketts Land of 1000 Dances [anhören] fehlt auf keinem Southern-/Memphis-Soul betonten Sampler.

Wilson Pickett - Land of 1000 Dances / Funky Broadway

Und mit seiner Live-Performance braucht er sich auch vor James Brown nicht zu verstecken:

Die B-Seite Funky Broadway ist mindestens ebenso gut. Daher lehnt sich Herr Manfred Sexauer, der in Nachrichten-Sprecher-Manier auf dem Picture-Sleeve posiert, auch nicht allzu weit aus dem Fenster wenn er in der von ihm präsentierten Reihe behauptet: «Das bleiben HitsShake, shake, shake!

RatingHigh.png Wilson Pickett: Land of 1000 Dances / Funky Broadway (1973)
Atlantic Records #10 287 (7in) [mehr...]
«Woo hoo!»

Montag, 1. Dezember 2008

Various Artists: Philly Sound – The Fantastic Sound Of Philadelphia

Inmitten der wilden Siebziger ist diese phänomenale Philly-Soul-Werkschau erschienen. Die Songs stammen überwiegend aus den Songwriter-Federn von Kenny Gamble und Leon Huff, die auch Freddie Scotts in diesem Blog schon mehrfach gepriesenes (You) Got What I Need geschrieben haben.

Various Artists - Philly Sound - The Fantastic Sound Of Philadelphia

Von den vielen Highlights, die hier versammelt sind, kann man gar nicht alle angemessen würdigen. Zu nennen sind mindestens die O'Jays, die u.a. mit Back Stabbers [anhören] und Love Train [anhören] vertreten sind.

ManHat.pngBack Stabbers zitiert Smiling Faces Sometimes [anhören] von Undisputed Truth. Und Love Train wird in einer Folge von Scrubs getagträumt.

Neben politisch angehauchten Songs wie Billy Pauls Am I Black Enough For You [anhören] und Gassenhauern wie T.S.O.P. und Dirty Ol' Man [anhören] von den Three Degrees machen auch die Trammps mit Where Do We Go From Here und Love Epidemic [anhören] eine gute Figur.

ManDoc.pngWenngleich ihr (natürlich völlig anders gemeinte) Love Epidemic heute in Zeiten von HIV/AIDS (www.welt-aids-tag.de) nicht mehr so unschuldig aus den Boxen schallen mag:
«Spread the Love Epidemic / All Around the World. [...]
There Will Be No Need for Medication, / Cause There Will Be No Disease or Contamination.»

Nicht zu vergessen Harold Melvin & The Blue Notes, deren If You Don't Know Me By Now man sich ruhig noch mal [anhören] sollte. (Warum, wurde an anderer Stelle schon kurz erläutert.)

Das von gesundem Selbstvertrauen zeugende Satisfaction Guaranteed (Or Take Your Love Back) [anhören] ist ein weiterer Höhepunkt, da hat der Herr Melvin nicht zuviel versprochen:

Noten.pngSit Back And Just Relax /
And Leave The Rest To Me.
You Ain't Got No Reason To Be Nervous, /
I'm Gonna Give You The Best of Service.
I Tell You What, I Make You a Bet, /
I'll Give You Love You'll Never Forget.

Die Musik wurde zum großen Teil von der Philadelphia-Hausband MFSB eingespielt, z.B. auch eine großartige Instrumental-Version von Family Affair [anhören], das eigentlich von Sly & The Family Stone stammt.

Guter Plattenladen, der so etwas im Angebot hat. Und der vor kurzem seinen fünften Geburtstag feiern konnte – herzlichen Glückwunsch nachträglich, Stefan und Klaudia!

RatingHigh.png Various Artists: Philly Sound - The Fantastic Sound Of Philadelphia (1974)
Philadelphia International Records #PIR 80281 (LP) [mehr...]
«Woo hoo!»

Samstag, 29. November 2008

Eddie Floyd: On A Saturday Night / Under My Nose

Eine der besten Samstag-Nacht-Nummern ist Another Saturday Night [anhören] von Sam Cooke. Damit kann diese Single nicht mithalten. In der Reihe der bisher in der Sammlung vorhandenen Eddie Floyd-Singles ist On A Saturday Night [anhören] nämlich die schwächste.

Eddie Floyd - On A Saturday Night / Under My Nose

Es spricht aber für ihn, dass die Platte insgesamt immer noch überdurchschnittlich ist. So entwickelt sich Eddie Floyd immer mehr zu einem meiner Lieblingsinterpreten. Auch Quentin Tarantino scheint einiges von ihm zu halten und hat Good Love, Bad Love [ansehen] in den Death Proof-Soundtrack aufgenommen.

Bei YouTube gibt's leider nicht so furchtbar viel von Eddie Floyd, daher hier ein zufällig ausgewähltes Video. Er singt This House, zu sehen ist – ein Haus.

RatingMedium.png Eddie Floyd: On A Saturday Night / Under My Nose (1967)
Stax Records #45-233 (7in) [mehr...]
«Mmmh...»

Donnerstag, 27. November 2008

William Bell: Every Man Oughta Have A Woman / A Tribute To A King

Ein Traum von einem Song ist William Bell und Booker T. Jones mit A Tribute To A King [anhören] gelungen:

Noten.pngOne day he left Georgia /
Wisconsin bound.
But he didn't get to sing that night, /
The plane he was in went down.

Bell erzählt darin die Lebensgeschichte von Otis Redding, der 1967 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Er wurde nur 26 Jahre alt. Mit an Bord waren neben dem Piloten auch Mitglieder seiner Begleitband The Bar-Kays, die den Absturz ebenfalls nicht überlebten.

William Bell - Every Man Oughta Have A Woman / A Tribute To A King

Every Man Oughta Have A Woman [anhören] kann da zwar nicht ganz mithalten, dennoch ist diese Single ein Pflichtkauf.

RatingHigh.png William Bell: Every Man Oughta Have A Woman / A Tribute To A King (1968)
Stax Records #45-248 (7in) [mehr...]
«Woo hoo!»

Montag, 24. November 2008

Top 100: Die besten Sänger aller Zeiten

In einer Umfrage des Top-Irgendwas- und Listen-affinen Rolling Stone Magazine unter 179 Musikexperten wurden jetzt die 100 besten Sänger/Sängerinnen aller Zeiten ermittelt:

Rolling Stone Magazine

Platz 1 belegt völlig zu Recht Aretha Franklin (Laudatio von Mary J. Blige). Da kommt einem irgendwie der alte Bürgerrechtler-Spruch «I saw God and She was Black» in den Sinn...

Unter den Top 10 sind insgesamt 7 Künstler aus dem Bereich R&B/Soul, hauptsächlich der 1960er und 70er-Jahre, vertreten: Aretha Franklin, Ray Charles, Sam Cooke, Marvin Gaye, Otis Redding, Stevie Wonder und James Brown verweisen u.a. Paul McCartney, Mick Jagger und Elton John auf die hinteren Plätze. Der fürchterliche Bob Dylan landete zum Glück nur auf Rang 7. Und Axl Rose immerhin auf einem respektablen 64. Platz – herzlichen Glückwunsch!

ManYoung.pngGefunden im: Rolling Stone Magazine (US-Ausgabe 1066)

Eddie Floyd: Knock On Wood / Got To Make A Comeback

Nach einigen Off-Topic-Beiträgen nun zurück zum Thema:

Der großartige Stax-Gitarrist Steve Cropper schrieb 1966 zusammen mit Eddie Floyd den Hit Knock On Wood [anhören]. Wie zuvor bereits erwähnt, taten die beiden dies in dem gleichen Motel, auf dessen Balkon Martin Luther King erschossen wurde.

Cropper ist wohl einer der berühmtesten Soul-Gitarristen. Als Gründungsmitglied der Stax-Hausband Booker T. & The M.G.'s hat er den Sound des Memphis Soul entscheidend geprägt.

Eddie Floyd - Knock On Wood / Got To Make A Comeback

ManHat.pngBooker T. & The M.G.'s kennt man u.a. von dem Instrumental-Hit Green Onions [ansehen].

Die B-Seite Got To Make A Comeback [anhören] ist eine okaye Ballade, die einen jetzt nicht unbedingt vom Hocker reißt.

RatingHigh.png Eddie Floyd: Knock On Wood / Got To Make A Comeback (1966)
Stax Records #45-194 (7in) [mehr...]
«Woo hoo!»

Sonntag, 23. November 2008

Musik 0.2: Zurück zum Wurzelgemüse

Mit Gemüse kann man (außer es zu essen) so manches anstellen, einiges davon ist sogar jugendfrei. Zum Beispiel das Schnitzen von Musikinstrumenten aus Rettich, Möhren und was die Grünzeugabteilung japanischer Supermärkte sonst noch so hergibt:

Na dann kann Weihnachten ja kommen...

ManYoung.pngGesehen bei: Spiegel Online (22.11.08)

Samstag, 22. November 2008

Musik 2.0: Kollege Computer empfiehlt

Wenn die Fraunhofer Gesellschaft etwas anpackt, kommt dabei nicht nur Nischen-Forschung wie Adaptronik, Food Chain Management oder Hochleistungskeramik heraus. Auch praktische und sehr alltagstaugliche Dinge wurden dort ersonnen, z.B. das MP3-Format zum Komprimieren von Audiodaten.

ManHeadset.pngEine der ersten MP3-Anwendungen war übrigens ein automatisches System für Fahrgastinformationen im öffentlichen Personennahverkehr (Haltestellenansagen). Zweifellos nützlich, aber im Vergleich zu iPod & Co. eher unglamourös.

Jetzt gibt es mit Mufin (Music Finder) wieder etwas Neues von den Fraunhofer-Musikforschern: eine Musik-Entdeckungsmaschine (in Zusammenarbeit mit der Firma Magix). Anders als z.B. bei Last.fm basieren die Empfehlungen auf dem Klang von Musikstücken, die man mag. Dazu analysiert Mufin die Klangstruktur von Songs, erstellt eine digitale Signatur («Essenz») und schlägt Musik vor, die ähnlich klingt, also eine ähnliche Signatur hat.

Mufin.com

Der Vorteil ist, dass die Empfehlungen nicht von der «Schwarmintelligenz» der Nutzer abhängen, die einzelne Tracks mit Schlagworten versehen. Tags wie «seen live» oder «finde ich doof» sind halt nicht sehr hilfreich, wenn darauf basierend Empfehlungen für neue Musik erstellt werden, die einen interessieren könnte.

ManTie.pngWieder ein Zug, der ohne die Majors der Plattenindustrie abgefahren ist, die ihre letzte Energie lieber für das Verteidigen ihres bröckelnden Imperiums aufwenden und die (abgesehen von immer neuen Kopierschutz-Verfahren) kaum noch Innovatives zu bieten haben. Nun ist geistiges Eigentum ein schützenswertes Gut, das man natürlich auch verteidigen darf.
Dass man aber auch souveräner auf neue Zeiten reagieren und dabei gleichzeitig profitieren kann, ohne die Fans zu verprellen, machen die Komiker von Monty Python vor: Sie haben es aufgegeben, gegen bei YouTube eingestellte Clips vorzugehen. Stattdessen bieten sie ihre Sketche in höherer Qualität nun selbst im Internet an und machen damit für ihre Kauf-DVDs Werbung – auf YouTube.

Man gibt z.B. einen Song ein und Mufin erstellt automatisch Playlisten mit Stücken, die dazu passen. Die Trefferquote ist dabei erstaunlich hoch. Tracks, die man noch nicht als MP3-Datei hat, können angespielt und bei Bedarf online gekauft werden. Mufin gibt es als Online-Version, als eigenständige Windows-Software, als iTunes-Plugin und als Facebook- oder MySpace-Anwendung – dazu kommt noch das mittlerweile übliche Community-Gedöns.

Ob sich das neue Angebot am umkämpften Markt behaupten kann, bleibt abzuwarten. Technisch ist Mufin jedenfalls sehr interessant, auch wenn es die persönliche Empfehlung von Gleichgesinnten oder Anspieltipps vom Plattenmann um die Ecke nicht ersetzen kann. Wäre ja auch schlimm.

ManYoung.pngMufin.com: Musik-Entdeckungsmaschine mit klangbasierten Empfehlungen. Weitere Informationen gibt es im Mufin-Blog.

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