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Freitag, 11. Juni 2010

WM 2010: I He♥rt You

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300. Beitrag
Pünktlich zum WM-Start 2010 in Südafrika grassiert das Lena-Fieber auch in Münsters Südpark: Ein mittlerweile relativ bekannter Song wurde von Lokalpatrioten umgedichtet und mit einem schönen Video versehen, das im nunmehr 300. Beitrag dieses kleinen Blogs vorgestellt wird.

Da die Copyright-Polizei bereits Gefahr in Verzug (t)wittert, funktioniert der Link möglicherweise bald nicht mehr. (Eine Google-Suche findet vermutlich Alternativen.)

Man darf gespannt sein, wie lange die Rechteinhaber des Begriffs «Schland» (Brainpool TV) und des Songs «Satellite» (EMI Music) dem lustigen (Internet-)Treiben noch zusehen...

Donnerstag, 3. Juni 2010

Kaufbefehl: Annie Leibovitz – American Music

Die tolle amerikanische Fotografeuse Annie Leibovitz begann ihre karla-kolumna-ähnliche Karriere Anfang der 1970er Jahre beim Rolling Stone Magazine, wo sie bis zur Chef-Fotografin aufstieg. In dieser Funktion hat sie zahlreiche bekannte und weniger bekannte Musiker vor der Linse gehabt. Einige davon sind in dem prachtvollen Band Annie Leibovitz: American Music (Random House, 2003) porträtiert.

Das großformatige Werk zeigt vor allem Arbeiten aus der Jahrtausendwende, es sind jedoch auch ältere Aufnahmen aus ihrer Anfangszeit dabei. Unter den Abgebildeten finden sich Prominente wie Bob Dylan, Johnny Cash, Dolly Parton, Eminem, Brian Wilson – und natürlich das berühmte Foto vom halbnackten Iggy Pop. Daneben werden auch weitgehend unbekannte Musiker porträtiert. Zusammen bilden sie einen Querschnitt des amerikanischen Musikkosmos' ab.

Dazu gesellen sich ein halbes Dutzend kurze Texte von Beck, Patti Smith und anderen. Ein Rezensent der Süddeutschen Zeitung meinte 2003, die Fotographien seien «ruhig, zuweilen erbarmungslos nüchtern, aber vom Ton des Blues, des Rock und des Soul beseelt.» Stimmt. Und wo findet man schon das Haus, in dem Aretha Franklin ihre ersten Lebensjahre verbrachte, oder ein Gruppenfoto von der Stax Records Reunion 2002 mit Isaac Hayes, Booker T. Jones, Eddie Floyd, William Bell, David Porter, Carla Thomas und ein paar Nachbarsjungen, die zufällig im Bild rumstehen?

Beeindruckend ist bereits das Foto, welches fürs Buchcover ausgewählt wurde: Es zeigt eine Detailaufnahme eines Plattenspielers des deutschen Herstellers Dual, darauf eine LP der ziemlich unbekannten weißen Gospelgruppe The Stamps.

Aus der Bildbeschreibung ganz hinten im Buch erfährt man, dass die Aufnahme Elvis Presleys Plattenspieler darstellt. Und zwar in dem Zustand, in dem dieser in Elvis' Schlafzimmer an seinem Todestag vorgefunden wurde. Vielleicht war dies die letzte Platte, die der King vor seinem Tod gehört hat, noch dazu auf einem Gerät von Dual. Darauf ein kräftiges Unchained Melody (von den Supremes)!

Weitere intime Einblicke in die Seele der amerikanischen Musik, festgehalten auf Fotopapier, erhält der geneigte Leser im erwähnten Bildband.

ManYoung.pngAmazon.de: Annie Leibovitz: American Music

Montag, 31. Mai 2010

First Choice: Doctor Love / I Love You More Than Before

Naheliegenderweise musste diese – äh – 7-Inch früher oder später erworben werden. Denn Zuschreibungen wie «Just one kiss from his lips / Is like taking Vitamin C» und «He don't need no office light / 'Cause he operates at night» hört doch ein jeder gern, da muss man nicht Medizin studiert für haben.

First Choice - Doctor Love / I Love You More Than Before

ManHat.pngDas großartige, von den New Yorker Cayre-Brüdern gegründete Salsoul Records lieh sich Ende der Siebziger einige Session-Musiker von Philadelphia International aus und machte den Gamble/Huff-Sound noch tanzflächenkompatibler.

Mit so einem charmanten Unsinn kommt auch nur die First Choice unter den Arzthelferinnen ungestraft davon. Erste Wahl ist übrigens auch der 8-Minuten-Mix von Disco-Pionier Tom Moulton, der wie immer im Internationalarchiv für zeitgenössische Populär-Kultur nachzuhören ist [ansehen].

So rosarot, wie das Plattencover suggeriert, sieht es im real existierenden Gesundheitswesen zurzeit wohl nicht aus. Aber der wenig zu beneidende Rösler ist da ja was am Planen dran. Keep reaching for that rainbow!

RatingHigh.png First Choice: Doctor Love / I Love You More Than Before (1977)
Salsoul Records #12164 (7in) [mehr...]
«Woo hoo!»

Freitag, 28. Mai 2010

Kaufbefehl: Die Erde ist eine Scheibe...

...und dreht sich mit 33 Umdrehungen pro Minute. Man muss kein Raketenwissenschaftler sein, um den zweiten Frühling der Vinyl-Schallplatte zu bemerken. Ein Grund dafür mag sein: «You can't roll a joint on an iPod – but vinyl» (meint Sängerin Shelby Lynne). Selbst mein Lieblingssender für die tollsten Menschen der Welt sendet eine (eher technisch orientierte) Sachgeschichte zum Thema:

Während die Vinyl-Verkaufszahlen entgegen dem allgemeinen Tonträger-Trend also nicht ins Bodenlose fallen, sterben die traditionellen Plattenläden (sofern sie ihre Gewerbesteuer nicht gerade in Hamburg oder Berlin entrichten) weiter aus:

Dass «der Plattenladen» mehr als nur ein schnöder Umschlagplatz von Handelswaren ist, wo Geld gegen Ware getauscht wird, erläutert Gary Calamar in seinem kurzweiligen Buch zur Kulturgeschichte des Plattenladens mit dem Titel Record Store Days: From Vinyl to Digital and Back Again (Sterling Publishing, 2010).

Musikmanager und Elvis-Entdecker Sam Philips meint: «Ohne die Plattenläden gäbe es keinen Elvis und keinen Johnny Cash.» Und auch Paul McCartney findet: «There's nothing as glamorous to me as a record store.» Während Henry Rollins warnt: «If we lose the independent record store, we lose big.» (Weitere Bekenntnisse auf Record Store Day.com.) Wer eine belletristische Verarbeitung des Themas sucht, sei auf das allseits bekannte High Fidelity von Nick Hornby verwiesen.

Um auf die Lage des unabhängigen Tonträger-Einzelhandels aufmerksam zu machen, gibt es seit 2007 den im April stattfindenden Record Store Day, an dem mittlerweile auch zahlreiche deutsche Läden teilnehmen. Pünktlich zum letztjährigen Event erschien der Dokumentarfilm I Need That Record (Regie: Brendan Toller, 2009).

Die Dokumentation ist seit kurzem via I Need That Record.com erhältlich – auf DVD. Eine Rezension über den auf verschiedenen Festivals präsentierten Film kann man u.a. im Boston Globe nachlesen.

ManHeadset.pngDMAX: So wird's gemacht! Schallplatten (Video)
Computerworld.com: Vinyl record sales doubles in '08, CDs down (Artikel)
Abendblatt.de: Für die Rille läuft's rund – Plattenläden in Hamburg (Artikel)
Die ZEIT: Plattenläden – Hat man da Töne? (Artikel)
The Boston Globe: An ode to the disappearing record store (Artikel)
Amazon.de: Nick Hornby: High Fidelity (Buch)
Amazon.de: Gary Calamar: Record Store Days – From Vinyl to Digital and Back Again (Buch)

Dienstag, 25. Mai 2010

Durch den Tag mit ... The Dynamics (und Schluss): Abends

Ja, so ein Tag kann ganz schön anstrengend sein. Aber Nietzsche klugscheißt: «Wenn man viel hineinzustecken hat, so hat ein Tag hundert Taschen.»

Zu guter Letzt also: I Want To Thank You von den – richtig – Dynamics. Dazu Scotch (links im Bild) und ein Baumarktkatalog Tittenheft Modemagazin. Welche Art Mode da rezensiert wird, hat sich mir auch nach intensivem Studium nicht ganz erschlossen.

Scotch

Ebensowenig wie der Sinn hinter der Idee, in der Mongolei ein Luis-Vuitton-Geschäft zu eröffnen, wo doch bei einer Unterernährungsquote von durchschnittlich 43 Prozent eine Teigtaschen-Repräsentanz viel sinnvoller wäre.

ManHat.pngThe Dynamics: I Want To Thank You (von der LP First Landing).

Samstag, 22. Mai 2010

The Spinners: Working My Way Back To You / Disco Ride

Working My Way Back To You ist nicht nur der Titel einer wunderbaren Episode von ALF aus dem Jahr 1987, sondern auch eine erfolgreiche Nummer von den Spinners, die den O'Jays mittlerweile ziemlich auf die Pelle rücken, was die Pole-Position im Philly-Soul angeht. Jeder Song ein Hit! (Von vereinzelten Ausnahmen mal abgesehen.)

The Spinners - Working My Way Back To You / Disco Ride

ManHat.pngDas Stück wurde ursprünglich 1966 von den Four Seasons eingespielt.

Der unglückliche Protagonist trauert in dem Song seiner nach einem von ihm begangenen Ehebruch verlustig gegangenen Liebsten hinterher. Er bereut aufrichtig und versucht, sie zurückzugewinnen:

Noten.pngWhen you were so in love with me
I played around like I was free /
Thought I could have my cake and eat it too
But how I cried over losing you.

Ob die dabei getragenen purpurroten Sakkos der Unternehmung hilfreich sind? Man weiß es nicht, wir drücken aber die Daumen.

RatingHigh.png The Spinners: Working My Way Back To You / Disco Ride (1979)
Atlantic Records #K 11432 (7in) [mehr...]
«Woo hoo!»

Mittwoch, 19. Mai 2010

Durch den Tag mit ... The Dynamics: Nachmittags

Wer dem Ballett weniger zugeneigt ist und seine Nachmittage nicht mit einem Faun verbringen möchte, kann sich ja des sensationellen Since I Lost You von den Dynamics bedienen.

Tee (schwarz)

Das neben dem schwarzen Tee aufgeschlagene Buch ist übrigens Rosemarie Tietzes nicht minder sensationelle Neu-Übersetzung von Tolstois Anna Karenina. Der Hanser-Verlag haut ja in letzter Zeit einen Knaller nach dem anderen raus, wo nehmen die nur all die guten Leute her? Von Suhrkamp?

ManHat.pngThe Dynamics: Since I Lost You (von der LP First Landing).

Sonntag, 16. Mai 2010

I Hear A Symphony: Mayer Hawthorne auf Europa-Tour

Erfreulicherweise wird Mayer Hawthorne in diesem Frühling auf Europa-Tournee geschickt. Nächste Woche ist er zum Beispiel in Münster. Hingehen!

Die nächsten Termine (Auszug, ohne Gewähr): 19. Mai München im Crux, 20. Mai Berlin im Festsaal Kreuzberg, 21. Mai Wien im Porgy & Bess, 22. Mai Antwerpen im Petrol, 23. Mai Münster im Skaters Palace, 25. Mai London im ULU und 26. Mai Glasgow im King Tut's.

ManYoung.pngMayer Hawthorne & The County: Tour-Daten und Tickets bei Last.fm

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