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Montag, 9. Dezember 2013

Donny Hathaway: Everything Is Everything

Letzten Monat erschien bei Rhino eine Anthology mit 58 Tracks von Donny Hathaway. Anlass genug, sich mal sein Solo-Debüt von 1970 zu Gemüte zu führen.

Donny Hathaway - Everything Is Everything

Neben musikalischen Koproduktionen mit Roberta Flack hat Donny Hathaway auch eigene Alben veröffentlicht, bevor er 1979 mit einem Fenstersturz aus dem 15. Stockwerk eines Hotels seinem Leben ein Ende setzte. Er litt unter Depressionen, dem Vernehmen nach zeigte er vor seinem Suizid zudem Anzeichen von Paranoia.

Vor diesem Hintergrund hört man die Zeilen aus dem Titeltrack Voices Inside (Everything Is Everything) [anhören] mit ganz anderen Ohren:

Noten.pngI hear voices, I see people / I hear voices of many people…

Auf YouTube kann man sich das gesamte Album anhören (Spotify-Nutzer klicken hier):

Eine großartige Stimme, die leider viel zu früh verstummt ist.

RatingHigh.png Donny Hathaway: Everything Is Everything (1970)
Atco Records #SD 33-332 (LP) [mehr...]
«Woo hoo!»

Sonntag, 3. Januar 2010

Jackie Wilson: Night / Doggin' Around

Auf seinen frühen Aufnahmen wirkt Jackie Wilson wie eine Mischung aus Enrico Caruso und Elvis. Was dabei herauskommt, ist nicht unbedingt meine Tasse Tee.

Jackie Wilson - Night / Doggin' Around

ManHat.pngIn den Fünfziger- und Sechziger-Jahren hatte Jackie Wilson einige Chart-Erfolge. Seine größten Hits waren Lonely Teardrops (1958), You Better Know It (1959), A Woman, A Lover, A Friend (1960) und Baby Workout (1963), die alle Platz 1 in den Billboard-Charts erreichten (Quelle: allmusic.com).

Seine bekanntesten Songs sind Reet Petite [anhören] von 1957 und (Your Love Keeps Lifting Me) Higher and Higher, der jedoch erst 1967 erschien. Eine Renaissance erlebte das Stück auf dem Ghostbusters-Soundtrack. Doggin' Around ist dagegen nicht so dolle.

Später wurde der Titel u.a. von Michael Jackson (auf dem Album Music & Me) und Jean Knight gecovert. Besser wurde das Stück dadurch auch nicht.

RatingMedium.png Jackie Wilson: Night / Doggin' Around (1960)
Brunswick Records #55166 (7in) [mehr...]
«Mmmh...»

Freitag, 27. November 2009

Dusty Springfield: Ev'rything's Coming Up Dusty

Wer schaffte es als eine der wenigen, eine «weiße» Soulstimme zu entwickeln, ohne als anbiederndes Imitat zu klingen? Wer konnte mit den Pet Shop Boys 1987 ein Comeback feiern? Wer baute die höchsten Turmfrisuren und hatte die schwärzesten Mascara-Panda-Augen? Und wer prügelte sich schon mal mit dem weltklasse Jazz-Schlagzeuger Buddy Rich?

Die Überschrift dieses Beitrags deutet es bereits an: Auf Dusty Springfield treffen die genannten Aussagen zu.

Dusty Springfield - Ev'rything's Coming Up Dusty

ManHat.pngElton John urteilte laut Wikipedia über seine Freundin: «I think she is the greatest white singer that there ever has been.»

Die britische Sängerin wurde 1999 von Elton Johns anderer Freundin – der Queen – in den Order of the British Empire aufgenommen. Aufgrund ihres Gesundheitszustands konnte sie die Ehrung nicht mehr persönlich entgegennehmen und verstarb noch am selben Tag – nach langer, schwerer Krankheit (wie man so sagt, wenn man das Wort «Krebs» vermeiden will).

Wie auch immer. Wie Dusty Springfield auf diesem Album Baby Washingtons Klassiker That's How Heartaches Are Made [anhören] interpretiert, ist schon eine Klasse für sich und verdient grenzenlose Anerkennung.

RatingHigh.png Dusty Springfield: Ev'rything's Coming Up Dusty (1965)
BGO Records #PHM-200303 (LP) [mehr...]
«Woo hoo!»

Donnerstag, 3. September 2009

The Impressions: People Get Ready

IconRibbon1.png
1 Jahr
«110th Street»
Auf die Minute genau vor einem Jahr öffnete dieser Blog seine virtuellen Pforten. Da darf es vinylseitig schon mal etwas besonderes sein: People Get Ready von den Impressions wurde auserkoren, im Jubiläums-Post vorgestellt zu werden.

Es ist nicht nur das bislang teuerste Album der Sammlung (US-Präsident Ulysses S. Grant wanderte dafür über den – diesmal realen – Ladentisch). Es ist auch eines der schönsten.

The Impressions - People Get Ready

ManHat.pngDas Line-Up des Chicago-Soul-Trios bestand zum Zeitpunkt dieses Albums aus Sam Gooden, Fred Cash und Curtis Mayfield.

Selten hat man harmonischere Harmonien, melodischere Melodien und zu Herzen gehendere Texte gehört (vielleicht noch bei den Delfonics, die da gerade noch so mithalten können). Der Titeltrack People Get Ready [anhören] wurde gar in mancher Chicagoer Kirche ins Gesangbuch aufgenommen – da kommt Großer Gott, wir loben dich nicht mit.

Bible.pngAuch das weltliche Rolling Stone Magazine mag die Impressions und setzte das Stück unter den 500 besten Songs aller Zeiten auf Platz 24.

Die im Text erwähnte «Freedom Train»-Allegorie wird u.a. bei Love Train von den O'Jays und von Gladys Knight & The Pips' Friendship Train aufgegriffen, wie der allmusic-Guide weiß.

Die Impressions wurden 1991 in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen und waren nach einigen Personalwechseln (u.a. verließ Curtis Mayfield die Gruppe 1970 für seine Solo-Karriere) bis in die 1980er-Jahre aktiv.

RatingHigh.png The Impressions: People Get Ready (1965)
ABC Records #505 (LP) [mehr...]
«Woo hoo!»

Freitag, 14. August 2009

Jackie Wilson: That's Why (I Love You So) / Love Is All

Ein halbes Jahrhundert ist es her, dass diese 7-Inch gepresst wurde. Damit ist That's Why (I Love You So) von Jackie Wilson bislang die älteste Platte dieser Sammlung.

Jackie Wilson - That's Why (I Love You So) / Love Is All

ManHat.pngVom Chef persönlich wurde der Titel 1959 geschrieben: Obwohl auf Brunswick Records erschienen (deren schön gestaltete Internet-Seite man sich ruhig mal ansehen sollte), zeichnet Motown-Gründer Berry Gordy hier für das Songwriting verantwortlich.

Berry Gordy und Jackie Wilson verbindet noch ein weiteres Faktum: der 1957 für Wilson geschriebene Welt-Hit Reet Petite [ansehen] warf so viele Tantiemen ab, dass Gordy mit dem Geld die Plattenfirma Motown Records gründen konnte.

That's Why... war nicht so erfolgreich. Trotzdem ein schöner Song, wie auch das gepflegt kreischende Publikum in o.a. Performance (konserviert mit YouTube) kundtut.

RatingHigh.png Jackie Wilson: That's Why (I Love You So) / Love Is All (1959)
Brunswick Records #55121 (7in) [mehr...]
«Woo hoo!»

Freitag, 31. Juli 2009

Barry White: Love You Just A Little Bit More / So Much To Give

Man ist schnell geneigt, seine Musik für Erwachsene in die Berentzen-Ecke zu stellen: Barry White auflegen ist ein bisschen wie Wirkungstrinken.

Barry White - I'm Gonna Love You Just A Little Bit More Baby / I've Got So Much To Give

ManHat.pngVermutlich reicht sein Frequenzspektrum in den sub-sonischen Bereich, was eine unbewusste förderliche Wirkung im Sinne von good vibrations haben könnte. Seine Platten müssten im Supermarkt also eigentlich im Regal für Familienplanung stehen. Auch Sunn O))) (die sympathische Metal-Band aus der Krachmacherstraße) macht tiefe Töne. Hier wird jedoch postuliert, dass deren Alben dem Unterfangen nicht zuträglich sind. Doch wer weiß das schon so genau?

Aber halt: auch wenn manch einer von Whites Songs zum Klischee geronnen ist, sollte man ihn nicht voreilig abtun. Sonst liefe man Gefahr, ein eigentlich schönes Lied wie dieses zu überhören (die B-Seite ist dagegen nicht so dolle):

Der auch als The Walrus Of Love bekannte Sänger und Produzent starb 2004 an den Folgen seiner Zuckerkrankheit. Neben dem obligatorischen Simpsons-Gastauftritt [ansehen] ist er als Zeichentrick-Figur in der großartigen Serie Die Biber-Brüder verewigt. Wer kann das schon von sich behaupten?

RatingMedium.png Barry White: I'm Gonna Love You Just A Little Bit More Baby / I've Got So Much To Give (1973)
Philips Records #6162 002 (7in) [mehr...]
«Mmmh...»

Sonntag, 19. Oktober 2008

Jackie Wilson: My Empty Arms / The Tear Of The Year

Jackie Wilson ist ein ähnliches Kaliber wie der bereits gewürdigte Sam Cooke und hat in der Hall of Fame einen Platz weit oben sicher (oder vorne? links? hinter dem Eingang rechts?). Was die Stimme angeht war er jedenfalls ganz vorne mit dabei.

Die Einordnung dieser Single ist dagegen nicht so einfach. My Empty Arms [ansehen] basiert auf einer Melodie der Tenor-Arie Vesti la Giubba aus der Leoncavallo-Oper Pagliacci. Als Pizzeria-Beschallung würde sich das Stück also durchaus eignen. So ganz weiß ich aber noch nicht, was ich davon halten soll.

Und obwohl My Empty Arms auf jeder Best-of-Jackie-Wilson drauf ist und sowohl der angedachte Preis auf der Hülle als auch die anderen E-Bay-Angebote um 35 US$ von einem recht hohen Sammlerwert zeugen, geht die Tendenz eindeutig Richtung «Daumen runter». (Gut, dass ich nur 3,42 € dafür bezahlt habe.)

Jackie Wilson - My Empty Arms / The Tear Of The Year

Auf jeden Fall wäre damit die Vielfalt seines Œuvres dokumentiert. Zum Vergleich noch mal (Your Love Keeps Lifting Me) Higher and Higher, einer seiner bekanntesten Hits:

Die andere Seite ist mit The Tear Of The Year unkomplizierter und erinnert ein wenig an When A Man Loves A Woman. Insgesamt müsste man die ganze Sache nochmal richtig durchdenken, aber für den Moment lässt sich festhalten, dass es sich bei dieser Single um einen Außenseiter handelt, dem man wenigstens nicht nachsagen kann, uninteressant zu sein.

RatingMedium.png Jackie Wilson: My Empty Arms / The Tear Of The Year (1961)
Brunswick Records #55201 (7in) [mehr...]
«Mmmh...»

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