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Samstag, 3. April 2010

Musikvideos im Wandel der Zeit I: The Dramatics vs. Lady Gaga

Man muss nicht erst den alten Zauselphilosophen Nietzsche bemühen, um die ewige Wiederkehr des Gleichen zu bemerken, die sich nicht zuletzt in Musikvideos manifestiert.

Noten.pngAlles geht, Alles kommt zurück; ewig rollt das Rad des Seins. / Alles stirbt, Alles blüht wieder auf, ewig läuft das Jahr des Seins.

Also sprach Zarathustra.

Im Folgenden nun zwei Clips, die nebeneinander (oder wie in diesem technisch bedingten Fall: übereinander) zu stellen beinahe ein ähnliches Vergehen bedeutet, wie Lady Gagas Äpfel mit Beyoncés Birnen zu vergleichen.

ManYoung.pngZum Synchronisieren das erste Video auf 0:38, das zweite Video auf 3:18 stellen und beide abspielen.

Während mit dem Gesamtkunstwerk Lady Gaga das Musikvideo neu definiert wird, mutet die Dramatics-Performance trotz eines ähnlichen Settings eher konventionell an.

Den besseren Song hatten natürlich (trotz aller Gaga'schen musikalischen Bemühungen ab 03:18...) die Dramatics. Bei der Wahl der Outfits müssen sie sich jedoch Lady Gaga geschlagen geben – wenn auch nur knapp.

ManHeadset.pngThe Dramatics: Whatcha See Is Whatcha Get (1975)
Lady Gaga feat. Beyoncé: Telephone (2010)

Freitag, 2. April 2010

Harold Melvin & The Blue Notes: To Be True

Ganz anders als dieser mit heißer Nadel gestrickte Beitrag lässt sich das Blue Notes-Album To Be True an, welches mit ausgewogenen Arrangements und ausgeklügelten Kompositionen glänzt.

Harold Melvin & The Blue Notes - To Be True

ManHat.pngFür den Sound sorgten wie immer Produzenten und Songwriter Kenny Gamble und Leon Huff.

Exemplarisch sei hier der feuchte Traum unter den Titeltracks, To Be True (1975), zitiert:

Nicht nur am Karfreitag ein hörenswertes Album, das in der Easter Parade großartiger Philly-Soul-Platten ganz vorne mitläuft.

RatingHigh.png Harold Melvin & The Blue Notes: To Be True (1975)
Philadelphia International Records #PIR 80399 (LP) [mehr...]
«Woo hoo!»

Donnerstag, 1. April 2010

Isaac Hayes: Presenting Isaac Hayes

Auf Isaac Hayes' Debütalbum von 1967 findet der geneigte Hörer Improvisationen aus den Bereichen Jazz und Blues, die in Stax'scher Manier in die Tonart Memphis Soul transponiert wurden.

Isaac Hayes - Presenting Isaac Hayes

ManHat.pngZuvor war Hayes (zusammen mit David Porter) überwiegend hinter den Kulissen als Songwriter tätig, u.a. für Sam & Dave, Carla Thomas und Johnnie Taylor.

Den bereits unzählige Male gecoverten Blues-Klassiker I Just Want to Make Love to You (Willie Dixon/Muddy Waters) gibt Hayes hier im Rahmen eines Medleys zum Besten. Das schnörkellose Original von Muddy Waters sei an dieser Stelle aus komparatistischen Gründen wiedergegeben:

Es tanzte für Sie an der Stange: Kate Moss (kein Aprilscherz). Da kommt einem unweigerlich die Mclusky-Zeile «A little underweight, but still appealing» in den Sinn...

RatingHigh.png Isaac Hayes: Presenting Isaac Hayes (1967)
Atlantic Records #SD 13-100 (LP) [mehr...]
«Woo hoo!»

Mittwoch, 31. März 2010

The Stylistics: Round 2

Es weht ein frühlingshafter Quiet Storm aus Philadelphia herüber und lässt nicht nur ein blaues Band flattern, sondern trägt den smoothen Sound der Stylistics mit sich.

The Stylistics - Round 2

ManHat.pngNeben den Spinners und den O'Jays waren die Stylistics eine der wichtigsten Gesangsformationen in Pennsylvania.

Ein Highlight des als Round 2 betitelten zweiten Studioalbums ist I'm Stone In Love With You [anhören]. Produzent und Songwriter Thom Bell, der Elton John mit Are You Ready For Love ausgestattet hat, schrieb auch einen der erfolgreichsten Stylistics-Titel, nämlich You Make Me Feel Brand New (zusammen mit Linda Creed).

Als sie sich aus Thom Bells Umfeld lösten und auf eigenen Beinen stehen wollte, nahm der kommerzielle Erfolg rapide ab. Ähnlich erging es den Delfonics, die ebenfalls nur unter Bells Fittichen richtig punkten konnten.

RatingHigh.png The Stylistics: Round 2 (1972)
Avco Records #11006 (LP) [mehr...]
«Woo hoo!»

Sonntag, 28. März 2010

The Dramatics: Dramatically Yours

Unter den zahlreichen The...-Bands der Siebziger spielten die vom kürzlich verstorbenen Ron Banks gegründeten Dramatics eine wichtige Rolle. Ihr erster Top-Ten-Hit war Whatcha See Is Whatcha Get [anhören], einige weitere sollten folgen.

The Dramatics - Dramatically Yours

ManHat.pngDramatisch könnte man auch das weitere Schicksal einiger Mitglieder bezeichnen: William Howard (†22.02.2000 mit 49 J.), Elbert Wilkins (†13.12.1992 mit 45 J.) und zuletzt Ron Banks (†04.03.2010 mit 58 J.) starben alle an einem Herzinfarkt.

Besonders schön war ihr Gastauftritt auf Snoop Doggs Debütalbum Doggystyle (1993), wo sie als Background-Gesang beim nach wie vor superben Doggy Dogg World zu hören sind.

In dem dazugehörigen famosen Video ist neben den Dramatics auch Curtis Mayfield zu hören, dessen Hit Freddie's Dead den Auftritt von Huggy Bear (ab 0:23) untermalt. Ein Knüller, das ganze.

Dass die Dramatics auch schon vorher tolle Musik gemacht haben, zeigt o.g. Soul Train-Ausschnitt. Ihr Album Dramatically Yours kann dagegen nicht auf ganzer Linie überzeugen.

RatingMedium.png The Dramatics: Dramatically Yours (1973)
Volt Records #9501 (LP) [mehr...]
«Mmmh...»

Donnerstag, 25. März 2010

Sam & Dave: The Best Of Sam & Dave

Noch ein Album, das im Lokalradio nie gespielt werden wird, wo Strafen «aufgebrummt», Unfälle «gebaut», sich mittwochs schon aufs Wochenende gefreut und Flitzer geblitzt werden. Überraschenderweise lief einiges von dieser Platte im hessischen Offenbach, und das sogar live 1967 bei der Sam & Dave-Show.

Sam & Dave - The Best Of Sam & Dave

ManHat.pngNeben Sam & Dave waren auch einige andere Stax-Künstler Ende der 1960er Jahre in Europa auf Tour. YouTube zeigt einige Ausschnitte z.B. von Auftritten in Finnland und Norwegen.

Eine Aufzeichnung dieses denkwürdigen Konzertes mit zahlreichen Gästen wie Arthur Conley [ansehen], Lee Dorsey [ansehen] und der überaus heißen Linda Carr [ansehen] zeigte der sonst eher unhippe Hessische Rundfunk irgendwann mal im Nachtprogramm.

Digitale Mitschnitte davon scheinen im Internet zu kursieren, was natürlich verwerflich, vermutlich illegal und außerdem noch moralisch brutalstmöglich zu verurteilen ist.

RatingHigh.png Sam & Dave: The Best Of Sam & Dave (1969)
Atlantic Records #82181 (LP) [mehr...]
«Woo hoo!»

Montag, 22. März 2010

Diana Ross & The Supremes: I Hear A Symphony

Nach all diesem (vergleichsweise) neumodischen Philly-Soul-Krams der letzten Tage wird heute ein Motown-Klassiker aus der Sammlung vorgestellt: I Hear A Symphony von den Supremes (1966).

Diana Ross & The Supremes - I Hear A Symphony

ManHat.pngDie Produzenten des Albums waren Brian Holland und Lamont Dozier (mit Ausnahme des Beatles-Covers Yesterday, das von Norman Whitfield produziert wurde).

Das achte Studioalbum der Supremes enthält neben dem Titeltrack I Hear A Symphony weitere Genre-Standards wie He's All I Got und My World Is Empty Without You, das hier als Hintergrundmusik zu einem dokumentarischen Beitrag aus den Sechziger-Jahren zu hören ist:

Daneben wurden noch Pop-Klassiker wie Yesterday und Unchained Melody in Motown-Manier eingespielt. Eine im Wortsinn runde Sache.

RatingHigh.png Diana Ross & The Supremes: I Hear A Symphony (1966)
Motown Records #643 (LP) [mehr...]
«Woo hoo!»

Samstag, 20. März 2010

Frühlings Erwachen: Ein Festival der guten Laune

Pünktlich zum astronomischen Frühlingbeginn tanzt die Soul Train Line zu Curtis Mayfield, dem personifizierten Frühlingsgefühl:

Da freut sich auch Kurt Tucholsky, der Mayfields Get Down! wortreicher und kritischer ausführt:

Noten.pngDas Lenzsymptom zeigt sich zuerst beim Hunde,
dann im Kalender und dann in der Luft,
und endlich hüllt auch Fräulein Adelgunde
sich in die frischgewaschene Frühlingskluft.

Ach ja, der Mensch! Was will er nur vom Lenze?
Ist er denn nicht das ganze Jahr in Brunst?
Doch seine Triebe kennen keine Grenze –
dies Uhrwerk hat der liebe Gott verhunzt.

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